Eigentlich ist das nur in Russland möglich!
Eigentlich ist das nur in Russland möglich. Und nun in Berlin. Da sagt ein Ausgezeichneter beim Filmfestival seine Meinung zu einem ernsthaften Problem. Klar, die Aussage ist ein wenig zugespitzt, aber bisher hatten wir noch immer Meinungsfreiheit.
Und nun zitiert der Kulturstaatsminister Weimar die Chefin der Filmfestspiele vor einen Ausschuss und spricht über ihre Absetzung.
Ich denke, da müssen wir uns Sorgen machen. Nicht umsonst haben 700 Vertreterinnen und Vertreter der Filmbranche in einem offenen Brief ihre Solidarität mit der Berlinale-Chefin erklärt.
Nun fragt man sich, ob bei der Berlinale jedes Mal die Dankesreden vorher zur Zensur eingereicht werden müssen. Das mag in Russland gang und gäbe sein, aber für eine offene Demokratie, die wir ja gerne sein möchten, ist das wahrscheinlich nicht der richtige Weg.
Weil dabei Juden und Israel im Gespräch sind, ist die Sache für Deutschland natürlich schwierig. Der arme Abdallah Alkhatib ist wahrscheinlich noch zu jung, um die Vergangenheit der Deutschen mit den Juden zu verstehen. Ich denke, dass noch etwa 80 Jahre vergehen müssen, bevor wir wieder eine neutrale Auffassung zur Politik Israels erlangen können. Aber der Mann muss doch bei uns reden können!