Buchstabensuppe, Datenschutz und Passwort
Mein Freund und Schwager pflegt im Status von WhatsApp manchmal recht kuriose Dinge zu posten. Neulich war da die Abbildung einer Buchstabensuppe im Teller zu sehen mit seiner Anmerkung: “Passwortgeschützt”.
Damit hatte er bei mir Öl ins offene Feuer geschüttet. Ich hatte gerade eineinhalb Stunden damit verbracht, mich bei meiner Krankenversicherung, ehe, Entschuldigung, das heiß ja jetzt Gesundheitskasse, neu im Netz anzumelden.
Eine Schwierigkeit bestand schon darin, meine tatsächliche Existenz zu beweisen. Für eine Ausweiskopie wird man auf eine App verwiesen, natürlich mit Passwort-Registrierung. Die dann in meine Passwort Datenbank eingetragen, natürlich mit Passwort geöffnet. Ein Passbild, es konnte auch ein Selfie sein, sollte zugeschickt werden und natürlich mit Passwort.
Um die App zu öffnen, wird ein Passwort zugeschickt, das dann wieder verwendet oder neu definiert werden kann. Wenn man dann Glück hat und alle Passwörter entsprechend den zugehörigen Begriffen richtig in seine Password-Datenbank eingetragen hat, kann man die gewünschte App öffnen.
Nun gut, bei einer Gesundheitskasse geht es eben etwas Wichtiges. Aber merkwürdig ist es, dass man auch, will man zum Beispiel einen Bettvorleger im Internet kaufen, sich mit einem Passwort registrieren und später damit anmelden soll. Meine Passwortdatenbank hat jetzt einhundertsiebenundzwanzig Einträge. Selbst Google, fragt hin und wieder nach dem gültigen Passwort. Andersherum kann man sich bei manchen Betreibern mit der Anmeldung auf Google beziehen.
Na, und dann ist da ja noch der Datenschutz. Öffnet man eine App, erscheint sofort das obligatorische Datenschutzfenster. Da wird dann verlangt, dass man die Datenschutzerklärung genau gelesen,verstanden und dann dem zugestimmt hat. Irgendwann hat jeder einmal diese Texte diagonal überflogen und gesehen, dass es sich um juristische Banalitäten handelte. Und so klickt auch jeder auf OK, sobald das Datenschutzfenster erscheint.
Und da stelle ich mir vor, dass einige Leute mit Initiative und aufgeschlossen für etwas Neues, also kreativ sind, sich etwas einfallen lassen. Da könnte dann im unteren Teil des Textes stehen, dass der Anwender dieser App damit einverstanden ist, eine generelle Vorauszahlung von 1000 Euro zu leisten, oder seine Wohnung zeitweilig einen Betreiber als Bordell zur Verfügung zu stellen. Da zunehmend alle Konflikte in unserem Land gerichtlich gelöst werden, bin ich mir nicht sicher, wie in diesem Fall eine juristische Rechtsprechung aussehen würde.
Naja, war nur ein Spaß. Drückt also weiter auf OK.
23. Oktober, burman
Waffendepot entdeckt!
Es ist schon wieder ein paar Wochen her. Da geschah etwas ganz Ungeheueres. Nahe bei Berlin wurde ein Waffendepot entdeckt. Und sofort wurde erkannt: ganz sicher ein Indiz für die Vorbereitung politischer Attentate und gesellschaftlicher Umwälzungen.
Wenn man das so hört, dann könnte es einen grauen. Man stellt sich eine Halle, gefüllt mit leichten Militärfahrzeugen, Maschinengewehren und Geschützen vor und man bekommt Angst.
Aber was gefunden wurde, sind zwei Pistolen. Nun kann man wieder heiter werden. Pistolen sind in Berlin genug im Umlauf. Fast jede Woche gibt es Schießereien in Berlin.
Das nur so zur Einstimmung.
In Leipzig, auf dem Flughafen für Frachtflugzeuge, brummt eine Drohne hilflos zwischen den Flugzeugen hin und her. Ein Mitarbeiter entdeckt sie, erbarmt sich ihrer und schlägt sie mit einem Besen zu Boden. Na nu, denken die Untersucher, und beginnen zu untersuchen. Und als Politiker sich einmischen, ist die Sache klar. Russische Saboteure wollten eine mit Munition beladene ukrainische Frachtmaschine in die Luft jagen. Unbenannte Spezialisten wurden zitiert, die herausgefunden haben sollen, dass aus der Ukraine bekannte Bauteile russischer Drohnen verwendet worden sind, mit Fingerabdrücken, die nur russisch sein konnten, und auch der Sprengstoff war rein militärisch. Ja, die Spezialisten waren so ungeheuer speziell, dass sie auch die Personalien der Erbauer ganz schnell herausfanden.
Das Geschrei darüber, das nun in den Medien einsetzte, könnte eigentlich jeden nachdenklich machen. Nicht der Hauch eines Zweifels war erkennbar. Also konnte man eine Eskalationsstufe höher drehen, Konsulate schließen und Diplomaten ausweisen. Natürlich in der Erwartung, dass die Gegenseite das Gleiche tut. Es ist immer gut, für einen bevorstehenden Krieg rechtzeitig auf den Gegner hinzuweisen.
Nun stellen wir uns mal ganz dumm. Um schlauer zu werden, stellen wir uns die Frage: Wem nützt das? Und wer fällt uns da ein? Unsere Freunde in der Ukraine.
Natürlich tun die so etwas nie. Das damals mit der gesprengten Pipeline war ja auch nur ein Versehen. Und wenn wir mal davon ausgehen, dass sie es vielleicht doch waren, dann muss man berücksichtigen, dass sie so rücksichtsvoll waren und nicht ihre eigene Maschine in die Luft gesprengt haben. So wie unlängst mit den verschiedenen Päckchen mit Sprengstoffinhalten, die ja auch nicht in die Maschinen gelang und vorher gefunden werden sollte.
Aber eben nur so ein Gedanke!
28. September 2026, burman