Mächtig, gewaltig, die Berliner Konferenz!

Es ist schon merkwürdig. Wir erinnern uns: Russland hat den Krieg gegen die Ukraine unter anderem deshalb begonnen, weil im Raum stand, dass die Ukraine der NATO beitreten könnte.

Und nun sitzen europäische Wichtigtuer zusammen, halten pompöse und aufgeblähte Beratungen ab, um zu verkünden, dass möglicherweise NATO-Truppen den Frieden in der Ukraine sichern sollen.

Wie bekleckert, naiv oder realitätsfern muss man sein, um zu erwarten, dass Russland einem solchen „Friedensangebot“ zustimmt? Ich denke, die Berliner Konferenz war vor allem eine ungeheure Selbstdarstellungsveranstaltung. Sicherlich wollte man nicht nur den Krieg finanzieren, sondern auch hin und wieder einmal das Wort ergreifen und Bedeutung demonstrieren.

Natürlich, Russland ist der Aggressor, aber kann man deshalb seine Motive ignorieren? So kann das mit dem Frieden nichts werden.

Wir haben Schreckliches getan (Temu)

 

Wir haben mehrmals Schreckliches getan: Wir sind der Flut an Angeboten aus China verfallen. 

Bequem auf dem Sofa sitzend, haben wir den Computer an den Fernseher angeschlossen und gemütlich in tausenden von Artikeln gestöbert. Natürlich war uns klar, dass vieles verdächtig günstig angeboten wurde. Also gingen wir vorsichtig vor und bestellten anfangs nur einfache, preiswerte Dinge – nichts, bei dem man Fusch oder Ausschuss vermuten konnte. 

Zu unserer Überraschung kam die Ware pünktlich, ordentlich verpackt und größtenteils genauso, wie beschrieben. Von rund dreißig Artikeln, die uns in mehreren Paketen erreichten, waren höchstens zwei oder drei nicht wirklich brauchbar. Bemerkenswert war zudem, dass die Qualität mancher Produkte aus China besser war als die, der vergleichbarer Ware hierzulande. Wenn man dann noch die Preise betrachtet, wirkt das Ganze fast lächerlich günstig. Vielleicht war das auch der Grund, warum wir manches bestellten, das wir eigentlich gar nicht brauchten – schlichtweg, weil Design und Originalität uns verlockten. 

In den Medien mehren sich jedoch Berichte über Schundware und gesundheitsgefährdende Materialien. Kürzlich wurde über Testbestellungen berichtet, bei denen etwa die Hälfte oder zwei Drittel der Produkte unbrauchbar oder gesundheitsschädlich waren. Wie solche Ergebnisse zustande kommen, ist meines Erachtens durchschaubar: Man wählt gezielt Artikel, bei denen man schon im Voraus weiß, dass sie die Qualitätsansprüche kaum erfüllen können – etwa aus minderwertigen Materialien gefertigt sind. Angesichts der riesigen Produktvielfalt ist es ein Leichtes, auf diese Weise ein „negatives“ Ergebnis zu erzielen.

Natürlich wissen wir, dass China uns mit seinem Warenangebot nicht einfach glücklich machen will. Es geht um die Erschließung neuer Absatzmärkte. Sie haben über Jahrzehnte von uns gelernt – und machen es heute oft besser. 

Wie große Heuchler wir dabei selbst sind, zeigt ein anderes Beispiel: Auf deutschen Handelsplattformen im Internet fand ich identische Produkte, die ich zuvor bei „Temu“ gesehen hatte – allerdings etwa drei Mal so teuer

Als dieser Boom noch kaum bekannt war, kaufte ich bei einem deutschen Anbieter einen Kniestabilisator für 32 Euro plus Versand. Das Produkt stammte aus China. Später bestellte ich dasselbe Modell bei „Temu“ – dort kostete es 7,60 Euro, versandkostenfrei.

Fassen wir also zusammen: 

  • Wenn deutsche Firmen in China einkaufen und hierzulande Höchstgewinne erzielen, gilt das als vollkommen in Ordnung. 
  • Wenn wir als Verbraucher direkt in China einkaufen, heißt es hingegen, wir würden die deutsche Wirtschaft schädigen – und das ist dann plötzlich nicht mehr okay.12.12.2025